Offizielle Inbetriebnahme des Defibrillators in Udenhain


Bessere Vorsorge und Sicherheit für den Notfall

In Udenhain installiert das Rote Kreuz einen Defibrillator - Initiative von Helmut Höhn - Lehrgänge für die Bevölkerung

Helmut Höhn (links) und Werner Schultheiß (rechts) stellen mit den Voraushelfern das Gerät vor. Bild: Lindner

Brachttal (ll). In Udenhain fühlen sich seit dem vergangenen Sonntag viele Bürger sicherer und geborgener. Denn seit diesem Tag steht vor dem Haus von Helmut Höhn, dem Leiter der DRK-Ortsgruppe, am Dorfplatz ein Defibrillator. Das moderne Gerät kann dafür sorgen, das Menschen, die plötzlich von Herzkammerflimmern oder anderen bedrohlichen Zuständen des Herzens befallen werden, eine weitaus höhere Überlebenschance haben, als dies ohne ein solches Gerät der Fall wäre. Finanziert wurde der lebensrettende Apparat durch Spenden von Vereinen, Firmen und Udenhainer Bürgern. Die Idee für die Aktion stammt von Helmut Höhn.

Defibrillatoren werden auf Intensivstationen, in Notfallaufnahmen, Krankenhäusern sowie in Fahrzeugen des Rettungsdienstes und Arztpraxen bereitgehalten, seit den 1990er-Jahren zunehmend auch in vielen öffentlich zugänglichen Gebäuden wie Bahnhöfen, Flughäfen und anderen Orten für eine Anwendung durch medizinische Laien. Mehr und mehr finden sich diese Lebensretter in den letzten Jahren auch in vielen Städten und Dörfern an Plätzen und in Straßen.

Am Sonntag kamen viele Udenhainer Bürger, um sich das Gerät anzusehen und sich zu informieren. Von Dr. Werner Schultheiß wurde ihnen die Wirkungsweise des Defibrillators erklärt, für dessen Bedienung durch die Ortsgruppe zunächst einige sogenannte Voraushelfer ausge-bildet wurden. Denn natürlich ist die Bedienung trotz der Sprachführung des modernen Gerätes für den Laien im Ernstfall zunächst einmal eine schwierige Angelegenheit, auch die Angst, etwas falsch zu machen und damit eher Schaden als Nutzen zu stiften, dürfte eine Rolle spie-len. Deshalb wird die DRK-Ortsgruppe Udenhain schon bald eine Schulung für Bürger anbieten, um ihnen die Scheu vor dem technischen Apparat zu nehmen. Denn je schneller das Gerät zum Einsatz kommt, umso höher sind die Chancen, einen Herzinfarkt zu überleben. "Da geht es um Sekunden", sagte Werner Schultheiß am Sonntag, "deshalb ist es auch am wichtigsten, zunächst über den Notruf 112 die Rettungsstelle zu alarmieren." Diese leite dann die erforderlichen Schritte ein, per Funk werde der nächstgelegene Voraushelfer alarmiert, der dann mit dem Defibrillator zu dem Patienten eile.

Brachttals Bürgermeister Mirko Schütte zeigte sich erfreut darüber, dass nun in Brachttal nach dem Gerät in Schlierbach ein weiteres in Udenhain zur Verfügung stehe. Dies erhöhe die Sicherheit im Notfall für die Bürger erheblich.

DRK-Kreisvorsitzender Heiner Kauck bedankte sich bei der Ortsgruppe und insbesondere bei Helmut Höhn für die beispielgebende Initiative und bei den Spendern für ihr Engagement, das dem Wohle aller diene, die im Ort leben. Man hoffe, dass das Gerät möglichst wenig zum Einsatz käme, andererseits erhöhe es das Gefühl der Vorsorge für den Notfall. (Auszug aus "Gelnhäuser Tageblatt vom 27.10.2009")

 

Eine Chance gegen den Herztod

Brachttal-Udenhain (bg). Bereits seit Mitte April hängt am Haus von Helmut Höhn in der Hellsteiner Straße in Udenhain ein chromblitzender Kasten, der ein lebenswichtiges Utensil verbirgt: Ein Defibrillator. Mit diesem Gerät wird das lebensgefährliche Kammerflimmern des Herzens unterbrochen, das bei etwa 90 Prozent aller Menschen mit plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand auftritt. Ursache ist oft ein Herzinfarkt. Nur ein gezielt ausgelöster Elektroschock kann den gestörten Herzrhythmus wieder in Takt und das Herz somit zum Schlagen bringen. Am Sonntag wurde der Defibrillator nun offiziell übergeben.

Eine Reihe von Interessierten hatte sich dazu eingefunden, denn dank vieler Spenden von Vereinen, Unternehmen und Privatpersonen wurde die Anschaffung erst möglich. „Bei einem Herzanfall sind die ersten Minuten am wichtigsten“, machte Höhn, Führer des Betreuungszugs, bei seiner Begrüßung deutlich. „In Udenhain haben die Rettungswagen, egal ob aus Birstein, Bad Soden-Salmünster oder Wächterbach, eine gewisse Anfahrtszeit, die wir nun überbrücken können.“ Fünf bereits geschulte Voraus-Helfer, zwei weitere sind noch in der Ausbildung, können im Ernstfall in dieser Zeit, bis die Sanitäter eintreffen, am Betroffenen tätig werden. (Auszug aus "Gelnhäuser Neue Zeitung vom 27.10.2009")


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