Heiner Kauck legt Vorsitz des DRK KV Gelnhausen nieder


Heiner Kauck legt DRK-Vorsitz nieder

GELNHAUSEN/ BIRSTEIN (an). Der Erste Vorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Gelnhausen, Heiner Kauck aus Birstein, hat überraschend sein Amt niedergelegt, wie der DRK-Geschäftsführer Michael Kronberg am Wochenende mitteilte. Kauck stand viele Jahre dem Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes vor. Er ist zudem Vorsitzender der Birsteiner DRK-Ortsvereinigung Vogelsberg. Für heute hat der DRK-Kreisverband zu einer Pressekonferenz eingeladen. Heiner Kauck wollte gestern zu den Gründen seines Rücktritts keine Stellung nehmen und „keinen Anlass für irgend welche Spekulationen geben“. Heiner Kauck sagte jedoch gegenüber dem Gelnhäuser Tageblatt, dass er weiter beim DRK aktiv und Vorsitzender des DRK in seiner Heimatgemeinde Birstein bleiben wolle. Das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Gelnhausen e.V., betreut die Menschen auf dem Gebiet des ehemaligen Kreises Gelnhausen seit 1893. Inzwischen sind neun Ortsvereinigungen mit insgesamt 15 Bereitschaften in Gelnhausen, Bad Orb, Mernes/ Jossgrund, Wächtersbach, Birstein, Brachttal, Bieber, Freigericht, Roth, Kassel, Niedermittlau, Rothenbergen, Gründau, Lützelhausen, Neuenhaßlau/ Gondsroth, einer Bergwachtbereitschaft, einer Wasserwachtbereitschaft und dem DRK-Musik- und Show-Corps in Birstein mit insgesamt rund 700 Mitgliedern aktiv. Unterstützt werden die Aktiven von 10000 Fördermitgliedern. (Auszug aus "Gelnhäuser Tageblatt" 18.11.2002)


Zum Seitenanfang

Weiter Rätselraten um Heiner Kaucks Rücktritt

Gerüchte um finanzielle Schieflage des DRK-Kreisverbandes und beabsichtigte Schließung der Sozialstationen dementiert

GELNHAUSEN (as). Die Verantwortlichen beim DRK-Kreisverband Gelnhausen hüllen sich nach dem überraschenden Rücktritt ihres Vorsitzenden Heiner Kauck (das GT berichtete gestern) weiter in Schweigen. Eine für gestern angekündigte Pressekonferenz fiel aus; ob sich der Vorstand heute erklärt, war gestern Abend bei Redaktionsschluss noch fraglich. Kauck, der in Birstein wohnt und dem dortigen DRK-Ortsverband weiter vorstehen will, äußerte sich auch gestern nicht näher zu den Rücktrittsgründen. Wie das Gelnhäuser Tageblatt erfuhr, traf der Rücktritt den Vorstand völlig unvorbereitet. Kaucks Entschluss wollen die Vorstandsmitglieder offenbar auch nicht ohne weiteres hinnehmen, immerhin sei der DRK-Kreisverband „Kaucks Lebenswerk“. Deshalb soll Kauck am morgigen Mittwoch in einer Vorstandssitzung davon überzeugt werden, seinen Rücktritt zurück zu nehmen und weiterhin als Vorsitzender dem Kreisverband vorzustehen. Im Zug des Rücktritts wurden gestern hinter vorgehaltener Hand Gerüchte kolportiert, laut denen sich der Kreisverband Gelnhausen in einer finanziellen Schieflage befinde und offenbar beabsichtigt sei, deshalb die DRK-Sozialstationen zum Jahresende zu schließen. Gelnhausens Bürgermeister Jürgen Michaelis, Kaucks Stellvertreter im DRK-Kreisverband, wies dies gestern am Rande einer Ausstellungseröffnung im Gelnhäuser Krankenhaus zurück. (Auszug aus "Gelnhäuser Tageblatt" 19.11.2002)


Zum Seitenanfang

DRK-Sozialstationen stehen vor dem Aus

Ehlers: Kreisverband aber nicht in finanzieller Schieflage

Von Alex Schopbach
GELNHAUSEN. Der DRK-Kreisverband Gelnhausen denkt über die Zukunft seiner Sozialstationen nach. Das bestätigte Schatzmeister Werner Ehlers gestern im GT-Gespräch. Dabei steht eine Privatisierung offenbar genau so im Raum wie eine Schließung. Zurück wies Ehlers Gerüchte, der Kreisverband befinde sich in einer „finanziellen Schieflage“. Einzig die Sozialstationen mit rund 55 Mitarbeitern arbeiteten „defizitär“ - und das bereits seit Jahren. Wie berichtet, trat am Wochenende der Kreisvorsitzende Heiner Kauck völlig überraschend von seinem Amt zurück. Über die Gründe hüllt er sich seitdem in Schweigen. DRK-Geschäftsführer Michael Kronberg war gestern trotz mehrmaliger Anrufe für das GT nicht erreichbar, zugesagte Rückrufe blieben aus. Selbst Anzahl und Standorte der jetzigen DRK-Sozialstationen im Altkreis stuft der Kreisverband mittlerweile offenbar als äußerst sensible Information ein, denn auch dazu gab es keine Auskünfte. Laut den Internet-Seiten www.drkgelnhausen.de unterhält der Kreisverband Stationen in Wächtersbach, Birstein, Bad Orb, Biebergemünd und Gründau. Außerdem wollte das DRK zum Jahreswechsel die gemeindliche Sozialstation in Brachttal übernehmen. Werner Ehlers, zur Zeit im Urlaub, sagte gestern, er wisse nicht, warum Kauck zurück getreten sei. Er betonte: „Es gibt keinen Anlass für einen Rücktritt. Wir sind aus allen Wolken gefallen“. Gerüchte, wonach Kauck Konsequenzen gezogen habe, weil Ehlers angesichts der finanziellen Situation im Bereich der Sozialstationen Unterschriften als Schatzmeister verweigert habe, wies Ehlers ebenfalls zurück: „Das ist absoluter Quatsch“. Richtig sei jedoch, dass bei den Sozialstationen die Kosten aus dem Ruder laufen. Besonders die Personalkosten trügen dazu ihren Teil bei. Ehlers: „Wir überlegen nun, ob wir die Sozialstationen weiter tragen. Sollte theoretisch die Entscheidung fallen, dass wir sie nicht weiter tragen, müssen wir aber erst mal mit den Mitarbeitern sprechen, bevor wir die Öffentlichkeit informieren“. Nach GT-Informationen gilt es für den DRK-Kreisverband, die Personalkosten zu senken, falls er die Sozialstationen retten will. Im Vergleich zu privaten ambulanten Diensten zahlt das DRK in Anlehnung an den öffentlichen Dienst nämlich höhere Gehälter inklusive Zusatzleistungen wie Weihnachtsgeld. Ehlers kündigte gestern an, nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub werde der DRK-Vorstand Anfang nächster Woche umgehend zusammen kommen, um die Situation zu besprechen. Von der aktuellen Diskussion nicht betroffen scheint der geplante Umzug der Leitstelle des Main-Kinzig-Kreises zum DRK nach Gelnhausen, das dafür einen Erweiterungsbau plant, in den sich die Leitstelle dann einmietet (das GT berichtete). Werner Ehlers sagte gestern, seine Organisation und der Kreis hätten sich bei den Verhandlungen weitgehend geeinigt. Gerüchte, wonach die Verhandlungen stockten, weil der Kreis nicht bereit sei, die vom DRK geforderte Miete in voller Höhe zu zahlen, seien falsch. Die Verträge seien bislang nur deshalb nicht unterschrieben worden, weil die Ausschreibung für die Erweiterung noch nicht beendet sei. „Ich hoffe, dass es dem DRK gelingt, durch eine Sanierung die Sozialstationen zu retten“, sagte gestern Sozialdezernent Erich Pipa, der angesichts der 55 Mitarbeiter, die möglicherweise ihre Stelle verlieren könnten, von einer „mittleren Katastrophe“ sprach. Allerdings: Für die betroffenen Pflegebedürftigen bestünde bei einer Schließung der Sozialstationen keine Gefahr, da sie problemlos von anderen ambulanten Diensten weiter betreut werden könnten. Landrat Karl Eyerkaufer sagte gestern Abend, er habe am Montag mit Gelnhausens Bürgermeister Jürgen Michaelis, auch stellvertretender Vorsitzender des DRK-Kreisverbands, über die Situation gesprochen. Er, Eyerkaufer, habe Erich Pipa als Dezernenten für Soziales gebeten, die Situation genau zu verfolgen und zu schauen, „was das für Auswirkungen auf die Sozialstationen hat“. (Auszug aus "Gelnhäuser Tageblatt" 19.11.2002)


Zum Seitenanfang

DRK-Vorstand plant Sanierungs-Programm

Michaelis: Sozialstationen können bestimmt erhalten werden

GELNHAUSEN (kh). Der geschäftsführende Vorstand des DRK-Kreisverbandes Gelnhausen wird in einer Sitzung am kommenden Montag über ein Sanierungsprogramm für seine in finanzielle Schieflage geratenen Sozialstationen beraten. Dies teilte der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes, Gelnhausens Bürgermeister Jürgen Michaelis, gestern gegenüber dem GT mit. „Es wird sich zum Guten wenden“, gab sich Michaelis zuversichtlich. „Schnellschüsse“ seien in der jetzigen Situation allerdings nicht angebracht. Niemand, weder Personal (55 Menschen arbeiten in den Stationen) noch Patienten, müsse sich Sorgen darüber machen, dass die Sozialstationen kurzfristig geschlossen würden. (Auszug aus "Gelnhäuser Tageblatt" 21.11.2002)


Zum Seitenanfang

Wochensplitter

...aufgesammelt von Kurt Hoeppe

Die Überraschung der Woche war der Rücktritt des DRK-Kreisvorsitzenden Heiner Kauck. Keine Überraschung ist der mutmaßliche Grund dafür: Wenn die Wirtschaft im Niedergang begriffen ist, können auch Non-Profit-Organisationen nicht mehr ohne weiteres kostendeckend arbeiten. Insbesondere dann, wenn sie in Bereichen tätig sind, die jedes Jahr „Kostenexplosionen“ zu verkraften haben, die wiederum alljährlich mit Reformen eingedämmt werden sollen. Sich aber darauf verlassen zu wollen, wäre blauäugig, auch für das Rote Kreuz in Gelnhausen. Die erste Hilfe, die das DRK sich diese Woche in eigener Sache hat angedeihen lassen, war freilich wenig heilsam: Statt die Probleme mit der Finanzierung der Sozialstationen im Altkreis offen anzusprechen, verordneten die Ersthelfer striktes Schweigen. Ein Mittel, das bekanntermaßen nicht den gewünschten Erfolg zeitigte. Denn Schweigen ist ein Rezept, das meist nur dem Gerüchtekoch dient. Weswegen später der zweite DRK-Vorsitzende, Gelnhausens Bürgermeister Jürgen Michaelis, auf den Einsatzplan treten musste, sich des Geheimnisses jedwelcher Heilkünste entsann - und Hoffnung anbot. Darauf, dass es nächste Woche im DRK-Vorstand gelingen möge, eine Sanierungsprogramm zu erarbeiten, das die Schließung der Sozialstationen verhindert. Nicht nur die in den Sozialstationen umsorgten Menschen hoffen nun, auch die Beschäftigten, vertreten von der Gewerkschaft ver.di. Deren Sprecher Uwe Niemeyer erklärte gestern unmissverständlich: „Am Montag erwarten wir vom gesamten Vorstand und allen Verantwortlichen, dass sie klar Rede und Antwort stehen. Dabei geht es uns weniger um Vergangenheitsbewältigung als darum, wie die Krise zu meistern ist.“ Ganz ohne Vergangenheitsbewältigung wird es freilich nicht abgehen. Denn schon einmal standen weitergehende Fragen im Raum. Bei einer vorausgegangenen Krise des DRK vor wenigen Jahren etwa wurde gemutmaßt, der mittlerweile mit einem Arm am Tropf hängende Rettungsverband habe sich beim Neubau seines Zentrums auf dem ehemaligen Kasernengelände finanziell übernommen. Und zwangsläufig wird sich in der aktuellen Situation die Frage stellen, ob das damals verausgabte Geld nicht in einer Rücklage für schlechte Zeiten besser aufgehoben gewesen wäre. Aber solchen Vorwürfen sehen sich derzeit ja auch Bund, Länder, Kommunen, Unternehmen, Verbände und Vereine ausgesetzt... Ob das DRK in den vergangenen Jahren über seine Verhältnisse gelebt hat, sei dahingestellt. Fest steht, dass der Verband in Kreis und Land zahllose ehrenamtliche Helferinnen und Helfer beschäftigt, die ihre Leistung Dritten gegenüber oftmals spottbillig „verkaufen“. Im Rahmen einer Großveranstaltung zum Beispiel geht der Besucher selbstverständlich davon aus, irgendwo in der Nähe eine DRK-Station zu finden, wenn es gilt, dem Filius ein Pflasterchen zu verpassen, einen Splitter aus dem Daumen zu expedieren oder einen drohenden Kreislaufkollaps nach übermäßigem Bierkonsum abzuwenden. Dass die Ersthelfer ihre vielfältigen Aufgaben durchaus zeitgemäß angehen, beweist ein kurzer Besuch bei einem 16-stündigen Erste-Hilfe-Kurs, den die Feuerwehr Großenhausen absolvierte. Bestandteil des Lernprogrammes war natürlich auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung anhand von Puppen - und untermalt von forderndem Techno-Sound. Das Deutsche Rote Kreuz, so berichtet der Pressesprecher der Wehr, habe eigens für diese Ausbildung eine CD herausgebracht, die es den Teilnehmern erleichtere, die anspruchsvolle und anstrengende Übung zu bewältigen. Durch den Takt der Musik sei es wesentlicher einfacher, die zweifache Luftspende und das anschließende 15malige Pumpen ruhig und gleichmäßig durchzuführen und beizubehalten. (Auszug aus "Gelnhäuser Tageblatt" 22.11.2002)


Zum Seitenanfang

Zurück zu den News


© 2000 DRK OV Vogelsberg - Industriestraße 17 - 63633 Birstein Impressum
letzte Aktualisierung dieser Seite: 24.11.2002