Kauck bleibt Vorsitzender des DRK KV Gelnhausen


Kauck bleibt Chef des Roten Kreuzes

Michaelis: Alle Pflegestationen nach Gehaltsverzicht erhalten

Von Jochen Schneider
GELNHAUSEN. Heiner Kauck bleibt Chef des DRK-Kreisverbands Gelnhausen. Ausschlaggebender Punkt für den Rücktritt vom Rücktritt sei der Erhalt aller Sozialstationen gewesen. Der vorübergehende geschäftsführende Vorsitzende Jürgen Michaelis verkündete ihn gestern Abend im Rathaus.

Voraussetzung für den Erhalt der Sozialstationen mit 54 Beschäftigten sei ein Änderungsvertrag zum 1. Januar 2003, in dem die Mitarbeiter, größtenteils ausgebildete Pflegekräfte, auf 12 Prozent ihres Einkommens verzichten sollen. Falls die Belegschaft diesem Änderungsvertrag zustimme, stehe einem dauerhaften Betrieb der Stationen nichts im Weg. Gerüchten über eine finanzielle Schieflage des DRK entgegnete Schatzmeister Werner Ehlers, auch Vorstandsmitglied bei der Kreissparkasse Gelnhausen. Das DRK sei liquide und müsse in 2003 keine neuen Kredite aufnehmen.

Der vor Wochenfrist zurück getretene und nun wieder im Amt des Vorsitzenden sitzende Heiner Kauck sprach von einem 200000 Euro-Defizit in 2002, für 2003 sei ohne Gegenmaßnahmen mit weiteren etwa 300000 Euro Minus gerechnet worden. Hintergrund seien immer neue Krankenkassen-Regelungen, die bei gleichem Mitarbeiter-Aufwand weniger Geld in die DRK-Kassen bringen würden. Mit anderen DRK-Abteilungen , etwa dem neuen Zentrum mit geplanter Leitstelle in Gelnhausen, habe das Defizit nichts zu tun.

In welcher Form die Mitarbeiter auf Gehalt verzichten sollen, stand gestern noch nicht fest, der Wegfall von Urlaubs- und/oder Weihnachtsgeld sei eine Möglichkeit, eine zehnprozentige Gehaltskürzung bereits geplant, so Geschäftsführer Michael Kronberg. Das DRK trete aus dem Bundesangestelltentarif (BAT) aus, um die Konkurrenz zu anderen privaten Anbietern zu entschärfen, die ebenso nicht nach BAT bezahlen.

DRK-Vize und Gelnhäuser Bürgermeister Jürgen Michaelis erläuterte mögliche strukturelle Veränderungen. Ein Förderverein solle das Bewusstsein der Bürger für die wohnortnahe Betreuung schärfen und Spender rekrutieren. Von den Mitarbeitern könne das DRK nicht mehr verlangen, so Heiner Kauck. Sie seien an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt. Kauck bezeichnete seine Rücktrittsabsicht als „Akt der Verzweiflung“. Er habe sich nicht feiern lassen wollen, sondern dem Ruf der Mitarbeiter „mach weiter“ gefolgt. Die in ihrer Existenz bedrohten Sozialstationen böten ihren Patienten mehr als nur „Pflege nach Stoppuhr“, viele Menschen erkrankten auch aus Einsamkeit. Auch die Sozialstation Brachttal könne unter den neuen Voraussetzungen im kommenden Jahr vom DRK übernommen werden. (Auszug aus "Gelnhäuser Tageblatt" 25.11.2002)


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letzte Aktualisierung dieser Seite: 26.11.2002