Neujahrsempfang am 12. Januar 2009 in Birstein


"Wir sind in Birstein auf breiter Ebene gut aufgestellt"

Gestern Abend: Neujahrsempfang der DRK-Ortsvereinigung Vogelsberg - Helfer vor Ort

Heiner Kauck bei seiner Ansprache. Bild: Schäfer

BIRSTEIN (an). Die DRK-Ortsvereinigung Vogelsberg, zu der die Gemeinden Birstein, Brachttal und Stadtteile von Bad Soden-Salmünster gehören, hatte gestern Abend zum Neujahrsempfang nach Birstein eingeladen. Vorsitzender Heiner Kauck wünschte sich in seiner Ansprache, dass mehr Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Schwungvoll eröffnete das "Ensemble de Bracht" (Lothar Müller, Clara Schwarzacher, Friedrich Schäfer) mit dem Walzer "An der schönen blauen Donau" den Empfang. Heiner Kauck, der auch DRK-Kreisvorsitzender ist, schilderte ein persönliches Erlebnis an Heilig Abend. Er sei auf dem Nachhauseweg von der Kirche einer DRK-Schwester begegnet, die noch zu zehn Patienten musste. Für jeden dieser Patienten sei die Schwester wie ein Weihnachtsgeschenk gewesen. Auch viele Rettungssanitäter seien über die Feiertage im Einsatz gewesen. Das zeige, wie wichtig dieser Dienst ist. Das stehe weltweit für das Rote Kreuz, das ein Symbol der Hilfsbereitschaft sei. Die Ortsvereinigung sei froh, mit dem Rettungsdienst und dem ambulanten Pflegedienst zwei hauptamtliche Säulen zu haben, daneben gebe es noch viele Ehrenamtliche, die mitwirken, auch in den Abteilungen der Wasserwacht, der Bergwacht oder des Musik- und Showcorps. Aber im Laufe der Jahre seien es weniger Ehrenamtliche geworden. Auch andere Hilfsorganisationen und Vereine beklagten eine fehlende Bereitschaft mitzuwirken. Das verfalle manchmal in ein Jammern. das sei wie die wirtschaftliche Situation bedrückend, es könne aber auch einen guten Neuanfang bringen, so Heiner Kauck.

"Wir brauchen Verantwortung und aktive Mitarbeit", appellierte der Vorsitzende. Es gebe aber auch positive Beispiele. Die Jugendgruppen der Wasserwacht und der Bergwacht innerhalb der Ortsvereinigung hätten zusammen 50 Mitglieder, die Dienstabende würden besser besucht, es seien neue aktive Mitglieder dazu gekommen, und Helmut Höhn habe in Udenhain 4000 Euro für einen Defibrillator gesammelt. Das DRK genieße ein hohes Maß an Anerkennung, "wir sind in Birstein auf breiter Ebene gut aufgestellt". Das Soforthelfer-System sei verbessert worden. Früher habe es in fast jedem Ort eine Unfallhilfestelle gegeben, solche Ersthelfer vor Ort seien wichtig.

Kreisbeigeordneter Walter Kurzkurt, der zusammen mit Kreisbeigeordneter Sigrid Schindler den Kreisausschuss vertrat, überreichte im Auftrag des Landrats einen Scheck. Die langen Jahre des relativen Wohlstands seien vielleicht ein Grund für die nachlassende Bereitschaft, sich zu engagieren, sagte Kurzkurt. Die Bevölkerung könne der DRK-Ortsvereinigung Vogelsberg sehr dankbar sein. Birsteins Erster Beigeordneter Lothar Breitwieser überbrachte auch die Grüße der Nachbargemeinde Brachttal. Die Gemeinde habe ein sehr gutes Verhältnis zum DRK. Breitwieser trug das Gedicht "100 Jahr" aus der Feder des Ex-Landrats Heinrich Kress vor. Ein weiteres Grußwort sprach DRK-Landesleiter Engel. Auch das DRK brauche neue Strukturen, sagte Engel, gleichzeitig müsse aber das Erreichte bewahrt werden. Heiner Kauck entgegnete: "Ich wehre mich dagegen, wirtschaftliches Denken in das DRK zu bringen, indem man Helfer als ein Produkt bezeichnet. Helfer sind ein hohes Gut." (Auszug aus "Gelnhäuser Tageblatt")


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